Historische Phasen von Syrien

 Syrien ist ein Staat in Vorderasien. Syrien grenzt im Süden an Palästina (Israel) und Jordanien, im Westen an den Libanon und das Mittelmeer, im Norden an die Türkei und im Osten an den Irak. Die Insel Zypern befindet sich ebenfalls nicht weit von der syrischen Küste entfernt. Mit rund 185.000 Quadratkilometern ist Syrien ungefähr halb so groß wie Deutschland.

Syria on the earth


In den Jahren 1920–1922 erhielt Frankreich vom Völkerbund das Völkerbundmandat für das Gebiet der heutigen Staaten Syrien und Libanon sowie der heutigen türkischen Provinz Hatay. Im Jahr 1920 errichtete Faisal I., ein Sohn des Scherifen von Mekka Hussain I. ibn Ali, ein unabhängiges arabisches Königreich Syrien unter dem Einschluss von Libanon, Palästina und Jordanien. Bereits wenige Monate später wurde er von Frankreich gestürzt und Französische Truppen besetzten das Land.

Ursprünglich wollte Frankreich keinen geeinten syrischen Staat, sondern beabsichtigte eine Aufteilung in sechs Staaten mit eigener Regierung, wobei religiöse und konfessionelle Gesichtspunkte eine Rolle spielen sollten.

Diese Absichten lösten Mitte 1925 einen Aufstand der Drusen aus, worauf Frankreich mit Bombardierungen reagierte. Der wachsende innere und auch äußere Druck (seitens Großbritanniens) führten schließlich dazu, dass zunächst die Gebiete um Damaskus und Aleppo zum Staat Syrien zusammengeschlossen wurden. Neben der Zulassung von politischen Parteien wurde auch eine Verfassung ausgearbeitet. 1937 kamen die Gebiete um Latakia und der Drusenstaat zum Staatsgebiet hinzu.

In Anlehnung an das Abkommen zwischen dem Irak und Großbritannien von 1922 wurde 1936 ein Vertrag mit Frankreich geschlossen, in dem die Unabhängigkeit Syriens in Aussicht gestellt wurde. Dieser Vertrag wurde von Frankreich allerdings nicht ratifiziert.

1939 trat Frankreich das Gebiet um Iskanderun an die Türkei ab – offenbar, um die Türkei als Verbündeten im Zweiten Weltkrieg zu gewinnen. Nachdem Paris allerdings von deutschen Truppen besetzt worden war und die französische Verwaltung sich auf die Seite des Vichy-Regimes unter Marschall Henri Philippe Pétain schlug, marschierten freifranzösische Truppen mit britischer Unterstützung in Syrien ein. Im Auftrag Charles de Gaulles wurde das Mandat für beendet und Syrien für unabhängig erklärt. Es folgte später die Anerkennung durch die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten und Großbritannien.

1945 wurde Syrien Gründungsmitglied der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga.

Frankreich war jedoch immer noch militärisch präsent, was zu antifranzösischen Demonstrationen führte und in der französischen Bombardierung von Damaskus gipfelte. Nachdem der britische Premierminister Winston Churchill mit der Entsendung von Truppen drohte und die Vereinten Nationen Frankreich zum Rückzug aufforderten, lenkte Frankreich ein: am 15. April 1946 verließen die letzten Truppen das Land.

Am 17. April 1946 wurde die Syrische Arabische Republik ausgerufen. Seither ist der 17. April syrischer Nationalfeiertag.

Die ersten Jahre der jungen Republik waren durch politische Instabilität und Regierungskrisen gekennzeichnet. Dazu trug auch die Niederlage im ersten Palästinakrieg 1948 bei.

Der Aufstieg des Panarabisten Gamal Abdel Nassers in Ägypten nährte auch in Syrien Hoffnungen auf die Schaffung eines gemeinsamen arabischen Staats. Im Vorfeld des Sueskriegs bildeten beide Länder ein gemeinsames Oberkommando; nach schweren Spannungen zwischen der Baath-Partei und der Kommunistischen Partei Syriens wurde aus Furcht vor einer kommunistischen Machtübernahme eine Delegation nach Ägypten entsandt, wo die Vereinigung der beiden Staaten beschlossen wurde. Am 1. Februar 1958 wurde der Zusammenschluss Ägyptens und Syriens zur Vereinigten Arabischen Republik (VAR) bekanntgegeben.

Da von Anfang an die ägyptische Seite dominierte und die wichtigsten Politikbereiche bestimmte, wuchs die Unzufriedenheit in Syrien. Hinzu traten wirtschaftliche Probleme. Ein Putsch syrischer Offiziere im September 1961 bedeutete schließlich das Ende der Vereinigten Arabische Republik. Nach einem weiteren Putsch im März 1963 erlangte die Baath-Partei zum ersten Mal die Macht im weiterhin zerstrittenen Syrien. Eine Vereinigung Syriens mit Ägypten und dem Irak zur Vereinigten Arabischen Republik von 1963 scheiterte an aufkommenden Differenzen zwischen dem irakischen und dem syrischen Flügel der Baʿth-Partei.

Nach dem gegen Israel verlorenen Sechstagekrieg im Juni 1967 und dem Verlust des Golanshöhen folgte eine von allgemeiner Niedergeschlagenheit gekennzeichnete Phase.

Aus den jahrelangen Machtkämpfen innerhalb der Ba'ath-Partei ging am 16. November 1970 schließlich Hafiz al-Assad als Sieger hervor. Assad, unter Salah Dschadid noch Verteidigungsminister, ließ den Altpräsidenten und einige seiner Anhänger verhaften, nachdem er selbst einst aus politischen Gründen einige Zeit im Gefängnis verbringen musste. 1971 ließ er sich mit 99,2 % der Stimmen (ohne Gegenkandidaten) zum Staatspräsidenten wählen; im selben Jahr wurde er Generalsekretär der Ba'ath-Partei.
1973 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, in der die Position des Staatspräsidenten weiter aufgewertet wurde. Des Weiteren sollte die Schari'a fortan eine der Hauptgrundlagen der Gesetzgebung sein (sie wurde zuvor als einfache Quelle für die Legislative bezeichnet). Dies folgte nach dem gescheiterten Versuch Assads in Syrien eine Verfassung ohne jegliche religiöse Elemente, d. h. streng laizistisch einzuführen und den Staat in eine Volksrepublik umzubenennen, was in der Bevölkerung auf großen Widerstand stieß, da dies v. a. eine weitere Annäherung an den Ostblock und die Möglichkeit eines christlichen Präsidenten bedeutet hätte, wo doch schon dem Alawiten Assad Misstrauen entgegengebracht wurde. Im neuen Verfassungsentwurf wurde daher wieder festgelegt, dass der Staatspräsident Muslim sein muss, um die Bevölkerungsmehrheit der Sunniten zu beruhigen, denen die Alawiten, zu denen auch al-Assad gehört, zu mächtig geworden waren.

SYRIEN
1932 erhielt Syrien die Autonomie. Als Nationalflagge nahm es eine Flagge an mit drei waagrechten Streifen Grün-Weiß-Schwarz und drei fünfeckigen, roten Sternen im weißen Streifen. Die Sterne standen für die drei Distrikte Syriens, Aleppo, Damaskus und Dair az-Zaur. Erstmals wurde sie am 1. Januar 1932 in Aleppo gehisst, am 11. Juni zum ersten Mal in Damaskus. 1936 wurden Latakia und das Gebiet der Jebel Drusen zur Republik angefügt. Der erste Stern stand nun für Aleppo zusammen mit Damaskus und Dair az-Zaur, der zweite für das Gebiet der Jebel Drusen und der dritte für Latakia. 1946 erhielt Syrien endgültig seine Unabhängigkeit und behielt die Flagge zunächst bei.

Flagge Syriens-1932

Von 1958 bis 1961 war Syrien zusammen mit Ägypten Teil der Vereinigten Arabischen Republik. Die Republik verwendete eine Flagge mit drei waagrechten Streifen Rot-Weiß-Schwarz und zwei fünfeckigen, grünen Sternen im weißen Streifen. Die Sterne standen für Syrien und Ägypten. Diese Flagge entspricht der heutigen Flagge.

Flage Syriens-1958

Am 28. September 1961 verließ Syrien die Union und nahm seine alte Flagge von 1932 wieder an.
Nach dem Staatsstreich durch die Baath-Partei 1963 wurde eine rot-weiß-schwarze Flagge mit drei grünen Sternen benutzt. Sie sollte die geplante Föderation mit Ägypten und dem Irak symbolisieren. Der Irak nutzte diese Flagge in verschiedenen Variationen bis 2008.

Flagge Syriens-1961

Ab dem 1. Januar 1972 wurde mit der Bildung der Föderation Arabischer Republiken von Ägypten, Libyen und Syrien eine gemeinsame rot-schwarz-weiße Flagge verwendet, die im weißen Band den goldenen Habicht von Quraish zeigt, der ein Schriftband mit dem Namen der Föderation. Ägypten und Libyen führten unterhalb des Spruchbands zusätzlich den Landesnamen. Syrien behielt diese Flagge über das Ende der Föderation Arabischer Republiken 1977 hinaus bis 1980. Ägypten benutzt noch heute eine Flagge im ähnlichen Design.

Flagge Syriens-1972

Seit 1980 verwendet Syrien wieder die Flagge aus der Zeit der Vereinigten Arabischen Republik mit drei waagrechten Streifen Rot-Weiß-Schwarz und zwei fünfeckigen, grünen Sternen im weißen Streifen.

Flage Syriens-1958


Bei den aktuellen syrischen Protesten gegen die Herrschaft der Assad-Familie und der Baath-Partei wird von den Demonstranten öfters neben der aktuellen Nationalflagge auch die alte grün-weiß-schwarze Nationalflagge benutzt, die vor der Machtergreifung der Baath-Partei im Gebrauch war. Auch die Freie Syrische Armee hat diese Farbkombination in ihr Abzeichen übernommen.

Weitere Flaggen Syriens

Flagge der Kurden
Flagge der Kurden
Flagge der Aramaaer
Flagge der Aramäer (christliche Syrer)
Flagge der Assyrer
Die Flagge der Assyrer

Der Hintergrund
Der teils in London ausgebildete Augenarzt Baschar el Assad übernahm 2000 die Macht. Sein Vorgänger und Vater Hafis war für brutale Härte berüchtigt gewesen, unter ihm hatten Soldaten im Massaker von Hama bis zu 30 000 als oppositionelle Islamisten bezeichnete Zivilisten niedergemetzelt. Der damals 34-jährige Baschar dagegen galt anfangs als Hoffnungsträger für Reformen. Damit er sich dem Volk zur Wahl stellen konnte, wurde sogar das Mindestalter für den Präsidenten gesenkt.
Doch auch Baschar nutzte die extrem starke Position aus, die die Verfassung dem Präsidenten in Syrien einräumt. Der Präsident darf das Kabinett nach Gutdünken ernennen und entlassen, ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Baschar herrschte in einem Polizeistaat ohne legal organisierte Opposition, die Baath-Partei und das Militär beherrschten das Land. Schlüsselpositionen gingen an Angehörige der alawitischen Minderheit, der auch Assad angehört. Seit 1963 galt ein Notstandsgesetz, das mit dem syrisch-israelischen Konflikt begründet wurden und öffentliche Treffen von mehr als fünf Menschen verbot, die Polizei durfte Menschen ohne Angabe von Gründen verhaften

Die Revolution
Als der Arabische Frühling begann und es in Syrien noch ruhig war, gab sich der 45-jährige Assad als aufgeklärter Reformer und rief die ausländischen Spitzenpolitiker auf, „sich selbst in dem Maß weiterzuentwickeln, wie sich die Gesellschaft weiterentwickelt“. Sobald die Proteste Syrien erfassten, war es mit der vorgeblichen Liberalität allerdings vorbei.
Die Proteste in Syrien begannen am 4. Februar 2011, dem „Tag des Zorns“. Über das in Syrien eigentlich gesperrte Netzwerk Facebook wurde zum Protest gegen „Monokratie, Korruption und Tyrannei“ aufgerufen. Angesichts der Brutalität mit der das Regime gegen diese Demonstrationen vorging fordern die Demonstranten inzwischen nicht mehr Reformen, sondern den Sturz Assads.
Denn Assad ließ bald erbarmungslos Jagd auf die Demonstranten machen, Tausende wurden willkürlich verhaftet, gefoltert, viele während der Proteste erschossen. Inzwischen lässt Assad ganze Städte umzingeln und beschießen. Etwa 5000 Menschen sollen nach UN-Angaben bislang gestorben sein, Tausende sind auf der Flucht, unter anderem in die Türkei .Beobachter, darunter US-Außenministerin Hillary Clinton, vermuten, dass sowohl der Iran als auch die libanesische Hisbollah Assad mit Kämpfern unterstützen. Kurze Hoffnungen in Assads Verhandlungsbereitschaft hatten sich als unbegründet erwiesen: Ende März hatte seine Beraterin verschiedene Reformen angekündigt. Doch am 30. März zeigte Assad sein wahres Gesicht: In seiner ersten großen Rede seit Beginn der Unruhen kündigte er Strafen gegen Demonstranten an und bezeichnete die Unruhen als „ausländische Verschwörung“. Nach der Aufhebung des Notstands Mitte April drohte Assad außerdem, es gebe nun keine Entschuldigung mehr für Proteste. Ende Juli beschloss die Regierung ein neues Parteiengesetz. Doch an der führenden Rolle der regierenden Baath-Partei, die in der Verfassung festgeschrieben ist, änderte dieses neue Gesetz nichts.
Die Opposition hingegen organisiert sich nur langsam: Am 16. Juli gründeten die wichtigsten Oppositionsgruppen in Istanbul einen „Nationalen Rettungsrat“. Anfang Oktober gründeten Syrer in der Türkei dann den Syrischen Nationalrat (SNC) unter Burhan Ghaliun, der weiter einen gewaltsamen Sturz Assads ablehnt. Die Regierung Assad drohte allerdings andreren Staaten mit „besonderen Maßnahmen“, falls man diesen Rat anerkenne. Das im Mai gegründete „Nationale Koordinationskomitee (NKK) ist ebenfalls eine Bewegung oppositioneller Gruppen, dieses Komitee wird aber von der Regierung toleriert und hat deswegen das Vertrauen vieler Regimegegner verloren. Das Militär hielt lange zu Assad, seit Anfang Juni 2011 verweigerten allerdings mehr und mehr Soldaten den Gehorsam und organisierten sich in der „Freien Syrischen Armee“ (FSA) unter General Riad Asaad. Die FSA und der SNC vereinbarten im Januar 2012 ihre Zusammenarbeit. Am 7. Oktober wurde der kurdische Oppositionspolitiker Maschaal Tammo ermordet. Die Regierung beschuldigte Terroristen, die Bevölkerung hingegen beschuldigte die Regierung. Tammos Beerdigung wurde zu einer Massendemonstration mit etwa 50 000 Teilnehmern. Bislang hatten sich die Kurden zurückgehalten. Da das Regime sie verdächtigt, sich abspalten zu wollen, wären ihre Proteste womöglich noch grausamer niedergeschlagen worden. Die internationale Gemeinschaft reagierte zurückhaltend, ein Militäreinsatz wie in Libyen kommt derzeit nicht in Frage. Anfang Mai verhängte die EU ein Waffenembargo gegen Syrien und fror Assads Auslandsvermögen ein, Ende August kam ein Ölembargo dazu, im November und Dezember verschärfte die EU ihre Sanktionen. Unter anderem darf keine Ausrüstung mehr an syrische Öl- und Gasfirmen geliefert werden, außerdem keine Technik zur Überwachung von Computern und Handys. Im UN-Sicherheitsrat kam am 3. August wegen des Widerstands aus China, Russland und anderen Ländern nur eine schwache Präsidialerklärung zustande. Eine Resolution scheiterte am 5. Oktober. Im November schloss die Arabische Liga Syrien aus, nachdem Assad ein Ultimatum hatte verstreichen lassen, das ein Ende der Gewalt forderte. Ein früherer Ausschlussversuch war gescheitert. Am 26. November verhängte die Liga mit großer Mehrheit Wirtschaftssanktionen, weil Assad keine 500 Beobachter ins Land lassen wollte. Damit war der Handel mit Lebensmitteln ausgesetzt, ausländische Guthaben von Regierungsvertretern wurden eingefroren, und die syrische Zentralbank wurde von Transaktionen ausgeschlossen. Der Iran dagegen griff Syrien Mitte Dezember mit einem Freihandelsabkommen unter die Arme. Am 19. Dezember stimmte Assad einer Beobachtergruppe doch zu, am 26. Dezember trafen die ersten Beobachter in Syrien ein. Ihr Leiter ist der Sudanese Mustafa el Dabi – ein Vertrauter des sudanesischen Präsidenten, gegen den wegen des Verdachts auf Kriegsverbrechen ein internationaler Haftbefehl vorliegt. Die Gewalt hielt trotz der Präsenz der Beobachter an. Kritiker vermuten, dass die Beobachter vom Regime irregeführt werden. Der algerische Beobachter Anwar Malek gab seine Arbeit entsetzt auf, weil er furchtbare Gewalt des Regimes beobachtet habe. Panzer seien nicht wie abgesprochen aus den Städten abgezogen, sondern nur versteckt worden. Am 10. Januar kündigte Assad in seiner ersten Rede seit zehn Monaten an, dass bis März eine neue Verfassung ausgearbeitet werden solle. Verantwortung für die Gewalt wies er von sich.

Quellen:
1- www.spiegel.de/wikipedia/Geschichte_Syriens.html
2- www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/tid-22930/grosses-dossier-zum-arabischen-fruehling-syrien_aid_656231.html
3- de.wikipedia.org/wiki/Flagge_Syriens
4- de.wikipedia.org/wiki/Syrien
5- de.wikipedia.org/wiki/Datei:Syria_on_the_globe_%28Afro-Eurasia_centered%29.svg